Verengung des Wirbelkanals in der Lendenwirbelsäule

Beschwerden:

  • Diffuse Schmerzen in den Beinen
  • Diffuse Gefühlsstörungen in den Beinen
  • Kraftlosigkeit in den Beinen
  • Zunahme der Beschwerden beim Gehen („Schaufensterkrankheit“)
  • Vorne über beugen bessert die Beschwerden
  • Gangunsicherheit
  • Schwierigkeiten beim Balance halten
  • Nächtliche Muskelkrämpfe in den Beinen
  • Unruhige Beine in der Nacht

Diagnose:

  • Magnetresonanztomographie (MRI), CT- Myelographie

Therapie:

  • Es kann eine Epiduralblockade und Physiotherapie versucht werden. Meist haben aber konservative und minimal invasive Therapiemassnahmen bei der Verengung des Wirbelkanals keinen Erfolg. Daher Operation: Mikrochirurgische Entlastung des Wirbelkanals. Falls zusätzlich ein Gleitwirbel festgestellt wird, muss zusätzlich zur Wirbelkanalentlastung eine Fusion durchgeführt werden. Im Anschluss an die Operation empfiehlt sich Physiotherapie vornehmlich mit dem Ziel der Kräftigung und Ausbalancierung der Rumpfmuskulatur.

Der enge Wirbelkanal entsteht durch eine fortschreitende Abnützung der Bandscheiben. Dies wiederum mündet in einer Mehrbelastung der Wirbelgelenke, was eine Verdickung der Bänder und Anlagerung von Knochen an die vom Verschleiß betroffenen Wirbelgelenke (Arthrose) zur Folge hat. Dadurch wird der Wirbelkanal langsam eingeengt, was zu einem zunehmenden Druck auf die darin liegenden Nerven führt. Meist ist aufgrund der anatomischen Gegebenheiten nicht nur der Wirbelkanal eingeengt, sondern auch der Nervenaustrittskanal (siehe AUFBAU DER WIRBELSÄULE). Oft kommt es auch nur zu einer Einengung des Nervenaustrittskanals ohne wesentliche Einengung des Wirbelkanals. In diesem Fall sind die Beinschmerzen mehr streifenförmig statt diffus. Die Symptomatik kann in diesem Fall mit einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden. Dieser Prozess erstreckt sich über Jahre. Die mit einem verengten Wirbelkanal einhergehenden Symptome beginnen somit langsam, schleichend und sind ein typisches Leiden DER ZWEITEN LEBENSHÄLFTE.
Untersuchungen zufolge weisen bereits 6% der Gesamtbevölkerung um das 60. Lebensjahr herum eine Verengung des Wirbelkanals auf. Ab diesem Zeitpunkt steigt das Auftreten einer Wirbelkanalverengung rapide an. Mit 70 Jahren haben bis zu 80% der Bevölkerung bereits eine Wirbelkanalverengung variablen Ausmaßes. Obwohl es sehr viele Patienten in diesem Lebensalter gibt, die eine behandlungsbedürftige Symptomatik aufweisen, zeigen diese Zahlen doch, dass bei weitem nicht jede in bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie oder Computertomographie sichtbare Verengung des Wirbelkanals auch Symptome hervorruft.